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Das Wesentliche in Kürze

Vier Bereiche vorsehen: 1) PSM-Lager 2) Umkleideraum 3) Vorbereitungsbereich 4) Befüll- und Waschplatz;

Pflanzenschutzmittel immer in der Originalverpackung aufbewahren. Bevorzugen Sie ergonomische Behälter (Gewicht, Dosierung, Handhabung, Öffnung etc.);

Die Lagerung erfolgt geordnet nach Formulierung, Gewicht, Art des Produkts, Gefährlichkeit;

Lagern Sie ausschliesslich Pflanzenschutzmittel im Lagerraum (keine Dünge- und Futtermittel etc.);

Mineralische Bindemittel bereitstellen, falls etwas verschüttet wird;

Der Umkleideraum dient zur Lagerung und Reinigung von Kleidung und der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) und ermöglicht dem Anwender, sich zu waschen;

Der Vorbereitungsbereich ist so konzipiert, dass die Dosierung genau, verlustfrei und ohne Risiko für Anwender und Umwelt erfolgen kann;

Auf dem Befüllplatz muss das Wasservolumen reguliert, sowie ein Überlaufen und Rückfluss verhindert werden können (Durchflussmesser, Schlauchgalgen).

Die vier Bereiche im Überblick:

Die Lagerung

Der Lagerraum für PSM muss die Sicherheit von Mensch und Umwelt gewährleisten sowie die Qualität der gelagerten Produkte sicherstellen. Auf folgende Punkte ist dabei ein besonderes Augenmerk zu legen:

  • Der Raum muss vor Überschwemmung geschützt sein, er liegt räumlich getrennt von Wohnhäusern, von menschlichen und tierischen Aktivitäten und von Wasserläufen. Er ist ausschliesslich der Lagerung von PSM vorbehalten (keine Lagerung von z.B. Brennstoffen, Düngemitteln oder Futtermitteln).
  • Der Raum muss für Unbefugte unzugänglich verschlossen ① sein. An der sich nach aussen öffnenden Tür sind Warnschilder angebracht (Zutritt für Unbefugte verboten | Vorsicht vor schädlichen Stoffen | Rauchen verboten | Notrufnummern | Persönliche Schutzausrüstung (PSA) tragen: Handschuhe, Gesichtsschutz, Ärmelschürze, evtl. Atemschutzmaske). Eine mögliche Kopiervorlage sind die Warnhinweise von SwissGAP, verfügbar unter agrosolution.ch (Register 15).
  • Der Boden muss wasserdicht und abflusslos ② und mit einem Rand versehen sein, oder die Regale müssen über Auffangwannen ③ verfügen.
  • Der Raum ist frostsicher (z.B. mit Heizung ausgestattet) ④, damit im Winter nichts gefrieren kann und er verfügt über Lüftungsschlitze (oben und unten) ⑤.
  • Er muss über eine ausreichende Beleuchtung ⑥ verfügen (Lesen der Etiketten) und der Lichtschalter muss sich ausserhalb des Raumes befinden.
  • Der Lagerraum muss ausreichend gross sein und aus feuerfesten Materialien bestehen oder die Produkte müssen in Metallschränken gelagert werden. Die Regale müssen aus nicht brennbarem, nicht saugfähigem und rostbeständigem Material bestehen. Entsprechende Sicherheitshinweise, Notrufnummern und Rauchverbot sind auch im Innenraum ausgeschildert ⑦.
  • Die Produkte werden geordnet gelagert: schwere Verpackungen und Flüssigkeiten unten, Pulver oben, sortiert nach Kategorien (Herbizide-Fungizide-Insektizide-Sonstige) ⑧.
  • Besonders giftige Produkte (karzinogen-mutagen-reproduktionstoxisch (CMR), Totenkopf-Symbol) werden separat gelagert ⑨.
  • PSM werden immer in der Originalverpackung gelagert. Zudem ist ein Platz für abgelaufene oder nicht mehr zugelassene PSM freizuhalten ⑩.
  • Für den Fall, dass versehentlich etwas verschüttet wird, sind ein mineralisches Bindemittel ⑪, ein Besen und ein Abfalleimer vorhanden.
  • Zudem braucht es einen Behälter für leere gespülte Verpackungen, Beutel und Kartons ⑫.
  • In allen Räumlichkeiten ist Essen, Trinken und Rauchen verboten.

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Der Umkleideraum

Ein gut organisierter Umkleideraum hilft, das Risiko für Verunreinigungen während den verschiedenen Phasen der PSM-Behandlung zu reduzieren und so die Gesundheit des Anwenders zu schützen. Er ermöglicht dem Anwender, sich umzuziehen und sich zu waschen, sowie die persönliche Schutzausrüstung (PSA) aufzubewahren und zu reinigen.

  • Idealerweise werden zwei Doppelfachschränke ① verwendet: einer für persönliche Gegenstände und Arbeitskleidung sowie einer für neue und gebrauchte PSA.
  • Daneben erleichtert das Poster «Standard Anwenderschutz» ② die PSA-Auswahl.
  • Der Umkleideraum befindet sich neben dem Lagerraum und ist mit einem Waschbecken mit Ellbogen- oder Kniebedienung ③, einem Abfalleimer für die zu entsorgende Ausrüstung und idealerweise mit einer eigenen Toilette, Dusche und Waschmaschine ④ ausgestattet.
  • Immer griffbereit ist die Notfallausrüstung (Feuerlöscher und Erste-Hilfe-Kasten) ⑤.

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Der Vorbereitungsbereich

Der Vorbereitungsbereich dient dem Dosieren und Abmessen der Produkte während der Zubereitung der Spritzbrühe. Die Produkte kommen aus dem Lagerraum, werden dosiert und dann beim Befüllen der Spritze zugemischt. Ein gut organisierter Vorbereitungsbereich hilft, Dosierfehler zu vermeiden, gewährleistet die Rückverfolgbarkeit des Produkts und minimiert das Risiko von Verunreinigungen und Fehlbedienungen.

  • Er sollte sich in Reichweite des Lagerbereichs und Umkleideraums und in unmittelbarer Nähe des Befüllbereichs befinden, muss über einen wasserdichten Boden ① verfügen und gut belüftet ② sowie vor Witterungseinflüssen geschützt sein.
  • Auch hier sind ein Erste-Hilfe-Kasten ③ mit Sicherheitsanweisungen (was ist im Falle eines Unfalls zu tun?) sowie eine Augendusche ④ gut sichtbar platziert.
  • Es ist ein Platz vorgesehen, um das Spritzprotokoll (Berechnung der Dosierung, Mischreihenfolge etc.) aufzuhängen ⑤.
  • Der Vorbereitungsbereich muss über einen ausreichend grossen Tisch oder eine Arbeitsfläche in der richtigen Höhe ⑥ verfügen.
  • Die Arbeitsfläche muss mit entsprechenden Messgeräten (Waage, intakte Messbecher mit ablesbarer Skala und tropfsicherem Ausguss) ⑦ ausgestattet sein. Ansonsten ist die Arbeitsfläche keine dauerhafte Abstellfläche und sollte leicht zu reinigen sein.

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Der Befüll- und Waschplatz

Der Befüll- und Waschplatz befindet sich idealerweise in der Nähe der anderen Bereiche. Er kann auch als Gemeinschaftsanlage zusammen mit anderen Betrieben gebaut und verwendet werden. Der Bereich dient dem Befüllen des Spritztanks und dem Anmischen der Produkte, der Reinigung der Geräte und der Sammlung des gesamten Reinigungswassers. Ziel ist, Gewässerverunreinigung zu verhindern. Die gesetzlichen, umweltrelevanten Anforderungen werden im AGRIDEA-Merkblatt „Befüll- und Waschplatz für Spritzgeräte – worauf ist zu achten?” detailliert behandelt.

  • Beim Befüllen kann mittels eines in der Höhe montierten Wasserspeichers ① ein versehentliches Überlaufen des Spritztanks verhindert werden.
  • Eine noch präzisere Dosierung der Wassermenge bietet ein Durchflussmesser am Füllschlauch ②. Dieser trägt dazu bei, Brühreste zu minimieren.
  • Ein Schlauchgalgen ③ verhindert, dass der Wasserzulauf mit der Spritzbrühe in Berührung kommt und PSM in das System zurückfliessen.
  • Für leere Verpackungen sollte eine Abtropfvorrichtung ④ eingerichtet werden.
  • Für die Reinigung sollte ein Hochdruckreiniger ⑤ bereitstehen.
  • Das Reinigungswasser muss in einer Sammelvorrichtung (z. B. Rückhaltetank bzw. Behandlungssystem) oder in Verbindung mit der Güllelagerung gesammelt werden ⑥.

Tipps und Tricks

Lagerung

  • Richten Sie einen kleinen Bereich im Lagerraum für abgelaufene und/oder zu entsorgende Produkte ein.
  • Katzenstreu als Bindemittel ist saugfähig und günstig.

Umkleiden

  • Hängen Sie den bebilderten An- und Auskleidevorgang der PSA auf.

Vorbereiten

  • Ideale Höhe der Arbeitsfläche = Höhe der um 90° angewinkelten Unterarme.
  • Hängen Sie das Spritzprotokoll mit einem Klemmbrett oder einer grossen Wäscheklammer an der Wand auf.
  • Messgeräte: Waage mit grossen Ziffern und Grammgenauigkeit sowie zwei Messbecher (1× 1 l und 1× 5 l).
  • Reduzieren Sie die Anzahl der Handgriffe so weit wie möglich: Passen Sie die Verpackungsgrösse entsprechend der gewünschten Dosierung an und verwenden Sie generell Behältnisse von maximal 10 kg.

Befüllen

  • Stellen Sie eine Abtropfvorrichtung für zuvor gespülte Kanister und einen Platz zum Spülen, Waschen und Trocknen der PSA bereit.